Dienstag, 10. Februar 2009

Polar, Kreuz, 4 Zähn(e)

Ich bin allein....allein, allein!
Dieses Lied geht mir so was auf die Ketten. Vielleicht sollte ich mir das mal auf die Ohren jagen, wenn ich durch die Gegend schleiche, eventuell werde ich dann vom Ekel gepeitscht schneller, furchtbar.
Aber zum Thema Polar.
Ja, Hohes Gericht, ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage, ich bin das aussätzige Vereinsmitglied, welches nicht mit dem Forerunner sondern immer noch mit so einem Teil der Firma Polar durch die Gegend rennt. Zu meiner Verteidigung habe ich nichts, aber auch gar nichts vorzutragen. Allerdings erhoffe ich mir die Anerkennung mildernder Umstände. Da sind die noch nicht erforschten Langzeitfolgen, die das Tragen eines solchen Teiles mit sich bringen. Schließlich gibt es den Mausfinger und den Gameboydaumen, da liegt doch der Verdacht nahe, dass es auch den Forerunner-Arm gibt?! Ich hoffe, dass ich wegen der bisherigen Verweigerung nicht gleich ans Kreuz geschlagen werde (wenn das keine Überleitung ist).
Eine Woche vor dem Winterlauf hatte mich ja ein leichter bis mittlerer Infekt erwischt und da ich dem schwachen Geschlecht angehöre, war ich also im Prinzip dem Tod geweiht. Nun legt sich solch ein Infekt bei mir immer aufs Kreuz und so meinte meine Hausärztin, dass da vielleicht ein paar Massagen angesagt wären. Und um das Ganze noch sinnvoller zu machen, gibt es gleich noch Fango-Packungen als Zugabe. Das Zeug wirkt zwar eigentlich nicht, aber ab der M50 kann man sich ruhig schon mal an den Geruch feuchter Erde gewöhnen. Auf jeden Fall ist das alles sehr entspannend und ich habe es auch schon nach einem längeren Lauf ausprobiert, wenn man fast auf dem Zahnfleisch in die heimische Box einläuft.
Und damit bin ich mit unvergleichlicher Eleganz zum Thema Beißerchen gekommen. Ich habe zwar so eine Art Toto-Gebiss (Eins, Null, Ausgefallen), aber die Restzähne wurde neulich vom Klempner meines Vertrauens mal gründlich durchleuchtet (ich musste eine Halogenlampe in den Mund nehmen). Obwohl ich regelmäßig zur Kontrolle schleiche, besteht akuter Sanierungsbedarf und das gleich an vier Stellen, schrecklich. In den sauren Apfel muss ich aber beißen, um wieder beißen zu können. Wenn ich nur nicht solchen Schiss hätte vor dem Zahnarzt.... Ein Besuch dort regt meinen Stoffwechsel dermaßen an, wie es manche Vereinskameraden nur vom Laufen her kennen....
Ach ja, laufen geht auch noch, aber mehr so scharpingmäßig, also langsaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaam.

Montag, 2. Februar 2009

Halb zog sie ihn, halb sank er hin

Beim Winterlauf am Auensee dachte ich noch so beim Start: "Wird schon alles glatt gehen!" und genauso war es auch. Die Augen kurz von der Laufstrecke gehoben und die Ziellinie fest im Blick (am Ende der dritten Runde) erreichte ich eine Zone, in der sich Erdanziehungs- und Gravitationskraft in einem suboptimalen Verhältnis befanden. Die Slicks an meinen Füßen verloren die Bodenhaftung, ich hatte sie plötzlich in Augenhöhe, um sie kurz darauf über mir schweben zu sehen. Kampferprobt ließ ich mich blitzschnell über die rechte Schulter abrollen und nach einem dreifach gehechelten Rittmeister stand ich wieder orientierungslos an der Strecke. Hatte ich schon nach der Einlaufrunde keine Lust auf diesen Winterlauf, so kam mir die Restlust bei diesem Sturz restlos abhanden und so hatte ich mächtig mit mir zu kämpfen, nicht einfach aufzuhören.
Aber auch ohne den Sturz war es der desaströseste Lauf meiner "Karriere", der schon beinahe an vereinsschädigendes Verhalten grenzt. Mit Abstand die schlechteste Zeit aller Vereinsmit- und ohneglieder, auch ich selbst war noch nie langsamer.
Natürlich gibt es immer "Ausreden". Mein rechtes Knie macht mir sehr zu schaffen und so lief ich nur so, dass es beim Laufen schmerzfrei blieb (der Chirurg meinte, es wären gebrauchsbedingte Abnutzungserscheinungen). Ein fiebriger Infekt hatte mich eine Woche zum Pausieren gezwungen und im Training war ich nie schneller als 6 min/km. Aber zählt das alles als Begründung? Nee, denn da bin ich selbst nicht überzeugt davon.
Na wenigstens bin ich nicht in den Vereinsfarben gelaufen.........

Donnerstag, 11. Dezember 2008

5500 km in drei Tagen

... und das noch nicht einmal mit dem Flugzeug, sondern quasi doch zu Fuß. Wenn ich das ins Kilometerspiel eintragen könnte, dann würde ich schon als Einermannschaft aufsteigen können.
Natürlich bin ich diese Strecke nicht gelaufen, sondern ich habe sie gelesen. Das Buch von Tom McNab heißt schlicht und ergreifend „Trans Amerika“ und ist eines von der Sorte, die man nur sehr schwer aus der Hand legen kann. Es handelt sich allerdings um einen Roman, der auf einem realen Rennen aufbaut. So fand im Jahre 1928 erstmals dieser Lauf quer durch die Vereinigten Staaten von Los Angeles nach New York statt. Im Buch selber wird das Ganze um 3 Jahre verlegt, die Anzahl der tatsächlichen Läufer verzehnfacht und Figuren geschaffen, die so nie existierten. Aber dennoch kann man sich natürlich insbesondere wenn einem das Laufen nicht ganz fremd ist, sehr gut in diese Figuren hineinversetzen und mit ihnen mitlaufen. Der Autor selbst war im Übrigen Leichtathletik-Trainer, so dass seine Schilderungen durchaus von Sachverstand durchdrungen sind.
Ich fand die Lektüre so spannend, dass ich mich schon beim Laufen aufs Lesen gefreut habe. Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, ist mit diesem Buch bestens bedient.
Martzel Reich-Sachsenwilli

Dienstag, 4. November 2008

Ich mache den Schwan

Alle anderen Blog-Freunde beschreiben ihre Lauferfahrungen und -erfolge und da ich momentan eher weniger laufe, kann ich nicht mit Erfolgsmeldungen dienen. Was macht man in einem solchen Fall, man beschreibt die schönen Dinge des Alltags.
Ich nehme doch mal an, dass alle den Witz von dem Frosch kennen, der sich für einen Schwan hält? Nein?! Na gut, dann noch mal eine kurze Version:
Ein Frosch mit einer roten Badehose sitzt auf einem Seerosenblatt und trällert lauthals vor sich hin: "Ich bin ein Schwan, ich bin ein Schwan!"
Da kommt eine Ente daher geschwommen und sagt zum Fröschlein: "So ein Schnulli (daran merkt man, dass es eine sächsische Ente ist), Du bist ein Frosch und kein Schwan!"
Worauf der Frosch seine rote Badehose so manipuliert, dass die Ente einen Blick hineinwerfen kann und sie vor lauter Staunen sagt: "Mein lieber Schwan!!!!"
Was hat nun diese zugegebenermaßen alte Witz (was ja an sich zu mir passt) mit mir zu tun? Welcher Läufer kennt das nicht, da läuft man mit enganliegendem Beinkleid durch Feld und Flur und nicht nur entgegenkommende Damen schauen einem genau in den Schritt. Die Damen bekommen dann ganz schnell glasige, verträumte Augen, wohingegen die Männer sich öfter gelb verfärben, denn gelb ist ja bekanntlich die Farbe des Neides. Sollte man eine statistische Erhebung machen, so würde ich mal behaupten, dass mindestens jede zweite Person den Blick an diese bestimmte Stelle heftet. Köstlich ist es dabei zu beobachten, welche Blicktechniken es doch gibt, vom kurzen verschämten bis zum gierigen langen.
Nun begab es sich dieser Tage, dass der Prozentsatz "Spanner" exorbitant hoch war, als ich durch den Auwald hechelte. Die Blicke waren diesmal so zahlreich und intensiv, dass ich stutzig wurde und selbst in einem unbeobachteten Moment einen Kontrollblick riskierte. Und meine Äuglein erblickten im Schritt eine sagen wir mal ungewöhnlich heftige Auswölbung an pikanter Stelle. In purer Freude, dass mich die Natur so üppig ausgestattet hat, fiel es mir plötzlich wie Schuppen aus den Haaren, mein MP3-Player war verrutscht und bildete nun quasi den natürlichen Fortsatz dessen, was ohnehin schon da ist. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht lief ich nun wissenden Auges auf die nächsten "Begutachter" zu, bevor ich mit einem beherzten Griff alles wieder richtig einordnete, wobei mir besagter Frosch wieder einfiel........

Montag, 22. September 2008

... und wieder dicke da!

Es ist ja wohl keine Frage, warum viele Amerikaner (also nicht die essbaren, vom nichtkannibalistischen Standpunkt aus gesehen) so dick sind, das liegt eindeutig an diesem Fast-Food. Nun bin auch ich Opfer dieser Ernährung geworden und habe doch ganz schön dran zu tragen. Drei Wochen Staaten haben mir ca. 5 Kilo gebracht, natürlich dadurch verstärkt, dass an Laufen nicht zu denken war. Und das verrückte ist, das Zeug klebt einem am Alabasterkörper, dass es schon nicht mehr feierlich ist.
OK, der Winter naht und da muss man sich ein kleines Polster anlegen, aber gleich so. Und wenn man dann noch die Ergebnisse der Vereinskollegen liest, da kommt das schlechte Gewissen gleich doppelt hoch. Wie ich jetzt im Auewald gesehen habe, haben die ja inzwischen so einige Wege verbreitert. Ob das wegen mir ist?????

Freitag, 1. August 2008

Ich bin dann auch mal weg.....

...allerdings nicht auf dem Pilgerweg, schließlich bin ich ja ein Heide (und das nicht nur heide).
Und im Gegensatz zu David werde ich im Urlaub NICHT laufen, also rennen.
Macht keinen Blödsinn hier, bin dann wahrscheinlich ab 10.September wieder online.

Montag, 14. Juli 2008

Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und entsprechend einer alten Tradition ist es an der Zeit, zurückzublicken und Bilanz zu ziehen. Was hatte ich mir nicht alles für das Jahr 8 meiner ruhmreichen Laufkarriere vorgenommen?! Ich wollte möglichst eine neue PB über die Marathondistanz erzielen, möglichst gleiches über die 10-er Kurzstrecke und eventuell in der Stadtrangliste platziert sein.
Ziel eins wurde erreicht, mit dem Zweiten sieht man zwar angeblich besser, aber bei nur einem Wettkampf über diese Distanz konnte das nichts werden und die Stadtrangliste wird mich höchstwahrscheinlich auch in diesem Jahr nicht sehen.
Keine Angst, liebe(r) Leser, ich leide nicht an Demenz, zumindest merke ich noch nichts davon. Mit Recht kommt der Einwand, dass das Jahr ja noch einige Läufe bietet und doch ist das Laufjahr für mich im Prinzip vorbei.
Da ich es ja in diesem Jahr schon geschafft habe, in eine neue Altersklasse aufzusteigen, wird dieser Triumph über den menschlichen Körper und Geist auch noch touristisch belohnt. Und so werde ich mit meiner lieben Angetrauten die ersten drei Augustwochen im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten verbringen. In diesem Bush-Land haben die Laufschuhe definitiv Ruhe vor mir. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat (und vielleicht dem einen oder anderen Lauf weit ab sinnvoller Pulswerte) müssen wir dann noch eine Woche beim Nichtstun von diesen Strapazen entspannen. Im September könnte ich dann voll angreifen, aber können allein reicht nicht aus, denn dann lauern medizinisch indizierte Laufpausen (Schleimhaut-Laser-Show).
Wahrscheinlich kann ich dann also ab Mitte oder Ende Oktober wieder in ein strukturiertes Training einsteigen und dann beginnen, die Grundlagen für 2009 zu legen.
Und um mich schon mal gaaaaaaaaaaaaanz weit aus dem offenen Fenster zu lehnen (open windows), da steht als Hauptereignis der SM auf dem Plan. SM steht weder für eine Frau, deren Idealgewicht 1 kg beträgt (mit Urne), also die Schwiegermutter, noch für anders geartete Sexualpraktiken, sondern für den Super-Marathon am Rennsteig. Wie schon der Marathon in Stockholm werde ich auch diesen Lauf mit meinem Schwager gemeinsam bestreiten und gemeinsam wissen wir noch überhaupt nicht, wie wir diese Strecke überstehen sollen.
So, nun ist es raus und ich komme aus der Nummer auch nicht wieder raus.